Kreml-Kritiker Nawalny verklagt Russland beim Europäischen Menschenrechtsgericht

Der Anwalt und Enthüllungsblogger Alexej Nawalny hat Russland beim Europäischen Gericht für Menschenrechte auf 4500 Euro verklagt. Der Kreml-Kritiker fordert eine Entschädigung für seine Festnahme im Mai in Moskau.

Nawalny war am 8. Mai beim Fotografieren im Zentrum von Moskau festgenommen worden, als er eine Gruppenaufnahme machte, teilte Konstantin Terechow, Vertreter des Enthüllungsbloggers, am Montag mit. Ein Gericht in Moskau hatte Nawalny wegen Beteiligung an einer nicht genehmigten Aktion zu einer Geldstrafe verurteilt. In seiner Klage vor dem Menschenrechtsgericht bezeichnet Nawalny die Festnahme und Strafe als unbegründet und als Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

Die russischen Behörden ermitteln gegen Nawalny, der durch seine Korruptionsenthüllungen bekannt ist, wegen Betrug und Geldwäsche. Er steht unter anderem im Verdacht, im Jahr 2009 dem staatlichen Holzbetrieb Kirowles durch Betrug einen materiellen Schaden zugefügt zu haben. Zudem wird Nawalny gemeinsam mit seinem Bruder Oleg beschuldigt, ein Handelsunternehmen um 55 Millionen Rubel (etwa 1,3 Millionen Euro) betrogen zu haben.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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