Pussy-Riot-Mitglied Tolokonnikowa im Krankenhaus

Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa liegt laut ihrer Bandkollegin Jekaterina Samutsewitsch im Krankenhaus des Straflagers in Mordwinien, wo sie ihre zweijährige Haftstrafe wegen des „Punk-Gebets" der Gruppe in der Moskauer Erlöserkathedrale absitzt. „Tolokonnikowa

wurde auf eigenen Wunsch und auf Wunsch ihres Anwalts zur Untersuchung ins Krankenhaus überwiesen", teilte die Pressestelle der föderalen Strafvollzugsbehörde Russlands RIA Novosti mit.

„Sie hat gesundheitliche Probleme. Das hat sie praktisch von der ersten Gerichtsverhandlung an gesagt. (...) Sie leidet unter häufigen Kopfschmerzen. Das kann im Übrigen eine Folge einer schweren Erkrankung sein", sagte Pussy-Riot-Gitarristin Samutsewitsch, die gemeinsam mit Tolokonnikowa und Maria Aljochina für den Auftritt in der Kirche verurteilt, aber als einzige in einem Bewährungsverfahren freigesprochen worden war, in einem Interview mit dem Internet-Sender „Doschd" (Rain TV).

Im Gefängnisspital befinde sich Tolokonnikowa bereits seit einigen Tagen, so Samutsewitsch, die Zweifel daran äußerte, dass der Gefangenen dort die nötige medizinische Hilfe zukommt. Wahrscheinlich werde Tolokonnikowa dort lediglich überwacht, hieß es.

Wie Samutsewitsch im Interview berichtete, arbeitet die prominente Gefängnisinsassin im Straflager beinahe rund um die Uhr: Um fünf Uhr ist Tagwache, dann bringt sie ihre Dienstschicht hinter sich, und danach werden den Gefangenen noch weitere Aufgaben gestellt. Viele von ihnen, nicht nur Tolokonnikowa, klagen über Müdigkeit, so Samutsewitsch.

„Tolokonnikowa ist im Krankenhaus. Warum schweigen [Tolokonnikowas Lebensgefährte] Wersilow und die Unterstützer dazu, wenn sie davon wissen?", schrieb der ehemalige Pussy-Riot-Anwalt Nikolaj Polosow auf Twitter. Der aktuelle Anwalt Tolokonnikowas, Oleg Newljutow, hatte indes am 30. Januar angekündigt, seine Mandantin am 31. Januar zu besuchen. Im Interview erwähnte er nichts davon, dass Tolokonnikowa ins Krankenhaus überstellt worden sei.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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