Russische Touristen ärgern sich über deutsches Visazentrum

Der Russische Tourismusverband hat in einem Schreiben an die deutsche Botschaft die langen Wartenzeiten im kürzlich eröffneten Visazentrum in Moskau moniert. Das Visazentrum war am 14. Januar eröffnet worden. Wie die Sprecherin des Russischen Tourismusverbandes, Irina Tjurina,

betonte, werden Visazentren eröffnet, um Botschaften und Konsulate zu entlasten. Die Entscheidung über die Visavergabe wird jedoch immer noch von den Botschaften und Konsulaten getroffen.

Dank dieser Arbeitsteilung soll die Visavergabe eigentlich beschleunigt werden. Doch beim deutschen Visazentrum scheint das nicht der Fall zu sein. Drei Wochen nach der Eröffnung des Visazentrums sind die Wartezeiten sogar länger als zuvor.

Es sei zwar versprochen worden, Dokumente ohne Anmeldung einreichen zu können, doch man müsse sich weiterhin vorher anmelden, so Tjurina. Am 14. Januar bekam man einen Termin für den 23. bzw. 24. Januar. Am 5. Februar war ein Termin für den 28. Februar frei.

Ähnliche Probleme habe es auch mit den Visazentren Frankreichs und Tschechiens gegeben, doch diese seien schneller gelöst worden. Es sei sehr merkwürdig, dass man drei Wochen nach der Eröffnung immer noch nicht in der Lage sei, den Papierkram in den Griff zu bekommen, sagte die Sprecherin.

Wegen schlechter Organisation des Visazentrums müssen sich Mitarbeiter von Reisebüros und Privatpersonen in einer Reihe anstellen. Es habe bereits Fälle gegeben, bei denen das Visum verspätet vergeben wurde. Auch die Reisebüros haben Verluste, weil sie geplatzte Reisen entschädigen müssen. „Das sind zwar nur Einzelfälle, doch zurzeit haben wir Nebensaison. Wie wird es sein, wenn die Hauptsaison beginnt?", fragte Tjurina.

Wie der deutsche Botschafter Ulrich Brandenburg betonte, wurden in den ersten zwei Wochen seit Eröffnung des Visazentrums mehr als 6000 Anträge angenommen. Bei 4000 Anträgen sei bereits eine Entscheidung getroffen worden. Wie Brandenburg sagte, könnten jetzt Anträge ohne Anmeldung eingereicht werden. Allerdings nur bei dringenden Fällen. In allen anderen Fällen ist eine Anmeldung erforderlich.

Laut Tjurina hat die Eröffnung des Visazentrums keine Vorteile für die Antragsteller gebracht. Es sei nur für die Regionen vorteilhaft, in denen es keine Konsulate gebe, sagte Tjurina.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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