Deutsche Unternehmen sehen Entwicklung in Russland positiv

Die 10. Geschäftsklimaumfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer offenbart eine positivere Stimmung unter den in Russland tätigen deutschen Unternehmen als die Organisatoren erwartet hatten. Weitere Reformen werden angemahnt.

50 Prozent der deutschen Unternehmen in Russland haben im vergangenen Jahr eine Verbesserung des Geschäftsklimas festgestellt. 83 Prozent rechnen auch 2013 mit einer positiven Entwicklung. Dies

sind die Ergebnisse der 10. Geschäftsklimaumfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, die am 7. Februar 2013 in Moskau vorgestellt wurde. Insgesamt haben sich 135 Unternehmen, die allein 800 Millionen Euro in 2013 in Russland investieren wollen, zu den Fragen geäußert.

Reformbedarf sehen die Unternehmen hinsichtlich der Investitionsbedingungen. Bürokratie und Korruption werden als größte Hindernisse betrachtet. Auch bei der Zollabwicklung, den Zertifizierungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Bekämpfung des Protektionismus werden Verbesserungen angemahnt.

80 Prozent der Unternehmen fordern die zügige Abschaffung der Visapflicht zwischen der Europäischen Union und Russland.

Dem Fachkräftemangel, der zunehmend Sorge bereitet, begegnen 59 % der Unternehmen vor allem durch die Ausbildung im eigenen Betrieb. 13 Prozent von ihnen kooperieren mit russischen Bildungseinrichtungen, weitere 13 Prozent schauen sich bei der Konkurrenz um.

Der WTO-Beitritt Russlands im August 2012 hat sich laut Umfrage für eine große Zahl der deutschen Unternehmen bislang nicht bemerkbar gemacht. Rund 80 Prozent der Unternehmen konnten keine Veränderungen feststellen, 20 Prozent berichteten nach den ersten 100 Tagen WTO-Mitgliedschaft über erste positive Auswirkungen.

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