Korruptionsskandal um Russlands Innovations-Zentrum Skolkowo

Der Ex-Chef der Finanzabteilung des Fonds Skolkowo, Kirill Lugowzew, und der Generaldirektor der Zoll- und Finanzfirma Skolkowo, Wladimir Chochlow, sollen laut dem Sprecher des russischen Ermittlungskomitees Wladimir Markin umgerechnet mehr als eine halbe Million Euro für Immobilienmieten zweckentfremdet haben. Gegen die beiden Männer und weitere Verdächtige wurde ein Verfahren eingeleitet.

Markin zufolge hatte der Fonds Skolkowo im Jahr 2011 die Tochterfirma TFK Skolkowo gebildet, die

mit Zollfragen für die Entwicklung des „russischen Silicon Valley" beauftragt war. Lugowzew war mit der Finanzkontrolle der Firma betraut. „Die ausgeschütteten Budgetmittel wurden für die Räumlichkeiten von TFK Skolkowo ausgegeben, die von der im Besitz von Lugowzews Eltern befindlichen Firma Nika angemietet wurden. Der Mietvertrag war dabei so aufgebaut, dass die Gelder für drei Jahre im Voraus und ohne Recht auf Rückgabe an den Vermieter im Fall einer Vertragsauflösung überwiesen wurden. Chochlow und Lugowzew hatten entschieden, eine Generalsanierung des angemieteten Gebäudes zu bezahlen", so der Ermittler.

Auf diese Weise, so das Ermittlungskomitee, wurden 23,8 Millionen Rubel an Budgetmitteln veruntreut, die für die Entwicklung des Innovationszentrums Skolkowo vorgesehen waren. Innerhalb von zwei Jahren, so Markin weiter, hatte die Firma TFK Skolkowo mit rund zehn Angestellten, deren Einkommen monatlich zwischen rund 7500 und 15 000 Euro lagen, nur eine einzige Zolloperation durchgeführt.

„Im Rahmen des Strafverfahrens wird auch die Tätigkeit anderer leitender Manager des Fonds und Amtspersonen im russischen Finanzministerium, die für die Kontrolle des Einsatzes von Budgetmitteln für den Fonds zur Realisierung des Innovationsprojekts Skolkowo verantwortlich waren, einer gründlichen Prüfung unterzogen werden", sagte Markin.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.