Duma verbietet Rauchen in der Öffentlichkeit

Die Staatsduma hat am Dienstag ein Gesetz in letzter Lesung verabschiedet, das das Rauchen in den Staatseinrichtungen, Krankenhäusern, Schulen, aber auch in den Restaurants, auf den Bahnhöfen sowie an anderen öffentlichen Orten in Russland verbietet.

Laut dem neuen Gesetz wird es ab dem 1. Juni nur noch in Fabriken und in Büros spezielle

Raucherräume geben. Darüber hinaus müssen die Zigaretten aus den Schaufenstern verschwinden. Den Tabakherstellern wird verboten, Lotterien zu veranstalten sowie Festspiele und Wettkämpfe zu sponsern. Der gesamte Schriftwechsel zwischen Tabakfirmen und Behörden wird publik sein. Für die neue Rechtslage stimmten 441 Duma-Abgeordnete, einer war dagegen. Bevor das Rauchverbot in Kraft tritt, muss es vom Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) und von Staatspräsident Wladimir Putin abgesegnet werden. Der Föderationsrat will bereits am 20. Februar über das neue Gesetz abstimmen. Laut der Vizevorsitzenden der Kammer Swetlana Orlowa gilt die Annahme als sicher.

Russland gilt als Raucher-Paradies: Zigaretten kosten im Schnitt ab 1 Euro pro Schachtel. Laut Umfragen lehnt die Mehrheit der Russen das totale Rauchverbot in der Öffentlichkeit ab. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO waren 2010 mehr als 60 Prozent der Männer und fast 22 Prozent der Frauen Raucher.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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