Gunvor fasst mithilfe von Deutschen Fuß in Indonesien

Die Tradingfirma Gunvor des Unternehmers Gannadij Timtschenko kann ihr erstes Erdöl-Terminal im Ausland eröffnen. Das Unternehmen beabsichtigt, sich an dem sich dahin ziehenden Greenfield-Projekt der deutschen Oiltanking GmbH zum Bau eines Terminals im indonesische Bezirk Karimun zu beteiligen. Gunvor plant ein Terminalbetreiber zu werden, aber in diesem Falle müsste der Trader den Großteil der Kosten des Projektes übernehmen, in das bereits 500 Millionen US-Dollar investiert worden sind.

Die GunvorGroup, die mit Erdöl und Erdölprodukten handelt, beabsichtigt einen Anteil an einem indonesischen Brennstoff-Terminal erwerben. Die CoralCay Pte Ltd (die zur GunvorGroup gehört) plant, zusammen mit der deutschen OiltankingGmbH (die dem Trader Marquard & BahlsAG gehört) durch die Übernahme der Anteile der deutschen PT Oiltanking Karimun die Kontrolle über das Terminal zu erhalten. Dies ist einer Vorankündigung des Unternehmens zu entnehmen, die auf der Webseite der Europäischen Kommission zu finden ist. Gegenwärtig hält die Oiltanking GmbH 95 % der Anteile an dem Projekt. Einzelheiten des Deals wollten die Seiten nicht bekannt geben.

Die Idee, ein Brennstoff-Terminal auf Karimun (einer Inselgruppe im Südchinesischem Meer an der Küste Malaysias und Singapurs) zu bauen, existiert bereits seit zwanzig Jahren. 1992 konnte man in der indonesischen Presse lesen, dass als Projektanten die Sembawang Group und KuoGroup sowie zwei indonesische Gruppen, unter anderem die BangunCiptaGroup, auftreten sollen. Es hieß damals, dass die Bauarbeiten bis 1995 abgeschlossen werden sollen. Allerdings wurde das Projekt damals erst gar nicht in Angriff genommen. 

2012 erinnerte die deutsche Oiltanking GmbH sich an diese Geschichte. Das Unternehmen verkündete seinen Plan, in einer Freihandelszone an der Westküste der Insel Pulau Karimun neben der Werft PT KSS (Karimun Sembawang Shipyard) ein Brennstoff-Terminal zu errichten. Eine Absichtserklärung wurde zwischen dem Technischen Leiter der Oiltanking GmbH, Sven Partzsch, und dem Vertreter der Freihandelszone und des Hafens Karimun, Ilyas Taufik, im Mai des vergangenen Jahres unterzeichnet. Das Terminal soll eine Fläche von 30 Hektar einnehmen. Nach den Worten eines Unternehmensvertreters, hat die Oiltanking GmbH diese Region wegen ihrer strategischen Lage und der unmittelbaren Nähe zu den Handelswegen in der Straße von Malakka ausgesucht. Die Investitionen in das Projekt beziffern sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits auf 500 Millionen US-Dollar. Über die Kapazität des Terminals und die daraus resultierenden notwendigen Gesamtinvestitionen wurde bisher Stillschweigen bewahrt. 

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Kommersant.

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