Nach Pferdefleisch-Fund: Österreich muss Lieferungen nach Russland aussetzen

Nachdem Russland in österreichischen Würstchen Pferdefleisch entdeckt hat, hat Österreich die Fleischlieferungen nach Russland, aber auch nach Weißrussland und Kasachstan ausgesetzt.

Ulrich Herzog, Bereichsleiter Verbrauchergesundheit im österreichischen Bundesministerium für

Gesundheit, habe sich mit den heimischen Unternehmen darauf geeinigt, dass die Lieferungen in die Zollunion (Russland, Weißrussland und Kasachstan) ausgesetzt werden, bis der Vorfall geklärt sei, teilte die russische Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor am Freitag unter Berufung auf den österreichischen Chef-Verbraucherschützer mit.

Rosselchosnadsor hatte am Mittwoch mitgeteilt,dass in einer Würstchen-Lieferung der österreichischen Landhof GesmbH & Co KG (Linz) Pferdefleisch entdeckt worden sei. Laut den Begleitdokumenten bestehen die Würstchen zu 100 Prozent aus Rindfleisch. Dennoch seien Pferde- und Geflügelfleisch sowie Soja in der Fleischmasse gefunden worden.

Anfang 2013 war in der EU ein Skandal um Lebensmittelzutaten ausgebrochen, als Pferdefleisch statt Rindfleisch in Burgern der spanischen Firma AhorraMas und der irischen Firma Silvercrest Foods nachgewiesen worden war. Pferdefleisch wurde auch in als Rindfleisch markierten Erzeugnissen aus Frankreich, Deutschland, Italien und Schweden entdeckt.

In Deutschland schlugen Politiker sogar vor, die falsch deklarierten Lebensmittel mit Pferdefleisch an Arme zu verteilen. Russlands Chef-Verbraucherschützer Gennadi Onischtschenko bezeichnete diese Anregung als „Genozid nach sozialen Merkmalen", denn das Pferdefleisch sei mit dem für den Menschen gefährlichen Phenylbutazon vergiftet.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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