Russisch-Orthodoxe Kirche begrüßt Wahl von argentinischem Kardinal zu neuem Papst

Der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, der am Mittwochabend zum neuen Papst gewählt wurde, ist in seiner Heimat als einer entschiedener Gegner von gleichgeschlechtlichen Ehen und von Abtreibungen bekannt.

Bei politischen Diskussionen über Homo-Ehen veröffentlichte Bergoglio vor einigen Monaten einen Brief, in dem es hieß: „Wir dürfen nicht naiv sein: Es handelt sich nicht um einen politischen Kampf,

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sondern um einen destruktiven, gegen Gottes Vorsehung gerichteten Versuch." In Bezug auf die Zulassung von Abtreibungen erklärte Bergoglio, er halte diese selbst im Falle einer Vergewaltigung der Frau nicht für zulässig. „Eine Abtreibung ist niemals eine Lösung des Problems", sagte er im September 2012. „Wenn wir von einer schwangeren Frau sprechen, sprechen wir von zwei Leben. Beide müssen bewahrt werden, denn das Leben ist der absolute Wert", wird Kardinal Bergoglio, der nun Papst Franziskus I. geworden ist, von der argentinischen Zeitung „La Nacion" zitiert.

Der am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires geborene Franziskus I. ist der erste Lateinamerikaner und der erste Jesuit auf dem heiligen Stuhl. Die Inthronisierung ist für den 19. März geplant.

 In der ersten Stellungnahme der Russisch-orthodoxen Kirche zur Papst-Wahl äußerte Dimitri Sisonenko, Leiter des Sekretariats für zwischenchristliche Beziehungen der Abteilung für auswärtige Kirchenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, die Hoffnung auf eine weitere Entwicklung von Kontakten zwischen der katholischen und der Russisch-orthodoxen Kirche. „Er war kein aktiver unmittelbarer Teilnehmer der Beziehungen zwischen beiden Kirchen", stellte der Geistliche fest. „Es bleibt zu hoffen, dass er den Kurs seines Vorgängers fortsetzen und damit die positive Entwicklungsdynamik dieser Beziehungen aufrechterhalten wird."

Nach der Biographie des neuen Papstes zu urteilen, vertrete er konservative Ansichten, so Dimitri Sisonenko. Insofern „besteht die Hoffnung darauf, dass die Zusammenarbeit beim Schutz des Christentums in der heutigen säkularen Welt produktiv sein wird."

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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