Moskau: Kapitalflucht aus Zypern wegen Einmal-Steuer unwahrscheinlich

Die Einmal-Steuer-Entscheidung für Bankeinlagen in Zypern wird laut dem russischen Vize-Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch den Kapitalzufluss nach Russland bzw. den Kapitalabfluss aus dem Land kaum beeinflussen.

Zypern hatte unter dem Druck der EU beschlossen, alle Bankeinlagen mit einer Sonderabgabe von 6,75 bis 9,9 Prozent zu belasten. Diese Einmal-Steuer soll dem Staat 5,8 Milliarden Euro einbringen. Die russischen Kontoinhaber können dadurch nach Expertenschätzungen rund 2,5 Milliarden Euro verlieren.

„Ich glaube nicht, dass dies sich bedeutend auswirkt. (...) Es handelt sich dabei bloß um wachsende Risiken und keinesfalls um eine Kapitalflucht", äußerte Klepatsch am Montag gegenüber der Wirtschaftsagentur Prime. „Es ist eine innere Entscheidung zur Rettung der zypriotischen Banken, die in einer Krise stecken", hieß es ferner. Es gehe nicht darum, ob russische Kontoinhaber ihr Geld abheben werden oder nicht, betonte Klepatsch. „Die Frage ist, wie sie ihr Geld retten."

Inzwischen wurde der Besuch des zypriotischen Finanzministers Michalis Sarris nach Russland vom 18. März auf den 20. März verschoben, verlautete aus einer Quelle in EU-Diplomatenkreisen gegenüber RIA Novosti. Laut einer anderen Quelle könnte bei diesem Treffen ein neuer Kredit für Zypern sowie eine Teilnahme russischer Privatinvestoren an Rekapitalisierung der Insel-Banken zur Sprache gebracht werden.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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