Putin: Einmal-Steuer für zyprische Banken wäre gefährlich

Die Einführung einer Zusatzsteuer für die Bankeinlagen auf Zypern wäre laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ungerecht, laienhaft und gefährlich. Wie Putins Pressesprecher Dmitri Peskow mitteilte, hat der Präsident am Montagvormittag mit leitenden Mitarbeitern seiner Administration und mit Wirtschaftsexperten über die aktuelle Wirtschaftssituation in der Eurozone beraten. „Bei der Einschätzung der möglichen Einführung einer Zusatzsteuer für die Bankeinlagen auf Zypern, sagte Putin, eine solche Beschlussfassung wäre ungerecht, laienhaft und gefährlich", so Peskow.

Zypern hatte auf Forderung der EU angekündigt, alle Bankguthaben in Höhe von bis zu 100 000 Euro mit einer Einmal-Steuer von 6,75 Prozent zu belegen. Bei höheren Einlagen sollen es 9,9 Prozent sein. Das zyprische Parlament soll am Montag über die umstrittene Steuer abstimmen.

Der Inselstaat, der einen massenhaften Kapitalabfluss nach einer zwangsmäßigen Umstrukturierung der Bankeinlagen befürchtet, hat den einheimischen Banken jegliche Zahlungen bzw. Geldüberweisungen verboten. Laut der Bewertung von Moody's laufen die russischen Banken, die Geschäfte mit auf Zypern ansässigen Unternehmen russischer Herkunft und zyprischen Banken betreiben, Risiko, jeweils 43 bis 53 Milliarden US-Dollar zu verlieren.

Die EU-Gläubiger hatten das geplante Hilfspaket für Zypern in Höhe von 17 Milliarden Euro auf zehn Milliarden Euro reduziert. Den Rest müsse Zypern aus eigener Kraft, durch eine Umstrukturierung der Bankeinlagen bezahlen, hieß es.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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