Putin-Gegner Beresowski wird in England obduziert

Der flüchtige russische Ex-Oligarch Boris Beresowski, der am Samstag in seinem Anwesen in der englischen Grafschaft Berkshire tot aufgefunden wurde, soll am Montag obduziert werden. Wie CNN berichtet, ist die Obduktion, die Licht auf die Todesursache des 67-jährigen Kreml-Kritikers werfen

soll, für 14:00 Uhr MEZ geplant. Nach Angaben des TV-Senders Sky News ist die Leiche bereits aus seinem Haus abtransportiert worden.

Boris Beresowski, der als erbitterter Gegner von Russlands Präsident Wladimir Putin galt und die russische Opposition mit Geld unterstützte, war am Samstag tot aufgefunden worden. Als Todesursache werden Herzanfall aber auch Selbstmord vermutet. Laut britischen Medien ließ sich Beresowski in letzter Zeit wegen Depressionen behandeln. Nach Angaben seiner Freunde hatte Beresowski schon früher in einer depressiven Verstimmung von Selbstmord gesprochen.

Beresowski, der unter dem ersten russischen Präsidenten Boris Jelzin als Graue Eminenzhinter dem Kreml galt, war nach dem Amtsantritt von Präsident Wladimir Putin 2000 nach Großbritannien geflüchtet. In Russland bestand gegen Beresowski wegen Korruption, Geldwäsche und anderer Verbrechen ein Haftbefehl. Bei zwei Prozessen, die in seiner Abwesenheit stattfanden, wurde Beresowski in Russland zu 13 bzw. sechs Jahren Haft verurteilt. Großbritannien lehnte die Auslieferung des Ex-Oligarchen ab.

Nach der Flucht aus Russland zog Beresowski gegen mehrere seiner Ex-Partner vor Gericht. So verlor er 2012 einen Prozess gegen den Milliardär Roman Abramowitsch und muss diesem nun die Gerichtskosten von 35 Millionen Pfund erstatten. In der vergangenen Woche ließ Beresowski, einst einer der reichsten Russen, ein Gemälde versteigern. Laut BBC hatte der einstige Multimilliardär zudem mehrere Anwesen sowie einen Rolls Royce aus dem Jahr 1927 zum Verkauf ausgeschrieben.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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