Russlands Oberhaus stimmt Rückgabe von Esterhazy-Büchersammlung an Österreich zu

Der russische Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) hat am Mittwoch das Regierungsabkommen mit Österreich über die Übergabe der in Moskau befindlichen Büchersammlung der österreichisch-ungarischen Fürsten Esterhazy an Österreich ratifiziert. Das Dokument war im September 2012 unterzeichnet worden.

Wie der stellvertretende russische Kulturminister Georgi Iwlijew erläuterte, soll die Übergabe der Bücher auf der Grundlage der Gegenseitigkeit erfolgen. Russland habe bereits viele entwendete Kulturschätze zurückerhalten. So sei ein Medaillon des Zaren Peter I. im Jahr 2012 mit Unterstützung der österreichischen Behörden an Russland zurückgegeben worden. „Österreich ist dazu bereit, Russland Hilfe bei der Suche nach entwendeten Kulturwerten und bei ihrer Rückgabe zu erweisen", so Iwlijew.

Laut dem ersten Stellvertreter des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, Wladimir Dschabarow, ist Österreich nach dem Abkommen verpflichtet, die Versicherung, die Verpackung, den Transport und die Bewachung der Büchersammlung zu finanzieren. Die Rückgabe der Bücher soll innerhalb von drei Monaten erfolgen.

977 Bücher aus der Esterhazy-Bibliothek werden derzeit in der Gesamtrussischen staatlichen Bibliothek für ausländische Literatur „Rudomino" und weitere 23 Bücher in der Staatlichen öffentlichen Bibliothek für Geschichte aufbewahrt. Die Sammlung umfasst Schriften aus dem 15. bis 18. Jahrhundert in aramäischer, lateinischer, altgriechischer, hebräischer und anderen Sprachen. Es handelt sich um Werke der Theologie, Astronomie, Geschichte, Philosophie, Medizin, Naturwissenschaften und Kunst. Die Sammlung war im Jahr 1945 von einem Verband der Roten Armee von Österreich in die Sowjetunion verbracht worden. Einige Bücher wurden inzwischen in der Bibliothek für ausländische Literatur auf digitale Datenträger kopiert.

 

Dieser Beitrag erschien  zuerst bei RIA Novosti.

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