Wegen Ärger im Arbeitslager: Pussy-Riot-Mitglied Aljochina soll umquartiert werden

 Das Mitglied der Punkband Pussy Riot Maria Aljochina wird möglicherweise in ein anderes Straflager verlegt werden. Die Staatsanwaltschaft der Region Perm will die im August 2012 zu zwei Jahren Haft verurteilte Skandalmusikerin umquartieren, weil die Leitung der Strafkolonie „Beresniki" „nicht in der Lage ist, ihre persönliche Sicherheit zu garantieren".

Im Februar hatten Aljochinas Anwälte eine Beschwerde eingereicht, weil ihre Mandantin sich eine Zelle mit rückfällig gewordenenen Straftätern teilen muss. Danach leitete die Staatsanwaltschaft eine

Prüfung ein. Im November 2012 war es zwischen Aljochina und anderen Insassinnen zu einem Konflikt gekommen, der „auf die negative Einstellung anderer Verurteilter zu der von Aljochina begangenen Straftat" zurückgeführt wurde. Danach forderte das Pussy-Riot-Mitglied die Verlegung in eine Einzelzelle. Nach einem 90-tägigen Aufenthalt in der Einzelzelle beantragte Aljochina weitere 90 Tage. Die Leitung der Strafanstalt kam ihr entgegen, verstieß aber „gleich zwei Mal gegen das Gesetz", äußerten die Prüfer. „Bei der Prüfung wurde festgestellt, dass gegen den Punkt des Strafvollzugsgesetzbuchs über die getrennte Unterbringung von erstmalig bestraften und vorbestraften Verurteilten verstoßen worden war. Außerdem ist eine erneute Verlegung an einen sicheren Ort in ein und derselben Kolonie untersagt", heißt es in dem Gutachten.

Ein Sprecher des regionalen Strafvollzugsdienstes sagte, Aljochinas Verlegung in eine andere Strafanstalt komme vorerst nicht in Frage.

Laut Aljochinas Anwältin Irina Chrunowa befindet sich die Strafvollzugsbehörde in einem Interessenkonflikt: „Die Forderungen der Staatsanwaltschaft zu ignorieren, ist ein genauso großes Problem wie Maria in eine andere Kolonie zu verlegen. Es ist doch klar, dass so etwas für jede Strafvollzugsanstalt große Kopfschmerzen bedeutet." Nur die „Beresniki"-Leitung würde sich darüber freuen, weil die Strafanstalt nicht mehr so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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