Putin: Großanleger auf Zypern sind keine Gauner

Die auf Beschluss der EU zu enteignenden Großanleger auf Zypern sind keine Gauner, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist. Das sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag in einem

ARD-Interview im Vorfeld seines für den 7./8. April geplanten Deutschland-Besuchs. 

"Jetzt zur Frage, wer wie unterstützt werden soll, wer ist schuld: Die Menschen, die dorthin (nach Zypern - Anm. der Redaktion) gegangen sind, die ihre Gelder dorthin gebracht haben, sie haben ja keine Gesetze verletzt", fuhr Putin fort. "Sie haben die zyprischen Gesetze nicht verletzt, sie haben die europäischen Gesetze nicht verletzt. Und plötzlich hat man sie, ihre Einlagen, zu 60 Prozent angezapft. Ist das gerecht? Sie haben ja gegen nichts verstoßen."

"Doch wenn wir glauben, dass dieses Land eine Geldwaschanlage gewesen ist, so muss das unter Beweis gestellt werden... Diese Offshore-Zone, sie wurde ja nicht von uns geschaffen. Das ist das Werk der Europäischen Union.   Ist das denn die einzige Offshore-Zone, die von europäischen Staaten ins Leben gerufen worden ist? Gibt es denn nicht andere Offshore-Zonen, etwa in Großbritannien oder irgendwo anders noch? Wenn Sie glauben, das sei schlecht, dann sollten Sie diese Zonen schließen."

 

Die ungekürzte Fassung dieses Beitrags erschien zuerst bei RIA Novosti.

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