Nach Nackt-Attacke auf Merkel und Putin: Deutsche Behörden ermitteln gegen Femen-Aktivistinnen

Die deutschen Behörden ermitteln gegen die Aktivistinnen der ukrainischen Protestgruppe Femen, die am Montag mit ihrem Topless-Protest vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Hannover Messe für Aufsehen gesorgt hatten.

Wie die „Hannoversche Allgemeine" berichtet, wird nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches (Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten) ermittelt. „Dabei handele es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt: Die Justiz verfolgt die Ermittlungen nur dann weiter, wenn der Beleidigte dies wünscht. Ob dies bei Putin der Fall ist, konnte die Staatsanwaltschaft Hannover noch nicht sagen", so die Zeitung weiter.

Als Merkel und Putin am Montag einen Rundgang durch die Messe machten, waren plötzlich mehrere barbusige Frauen kreischend auf sie zugestürmt. Auf ihre Brüste und Rücken hatten die Protestiererinnen Parolen gegen Putin geschrieben, die sie bei dem Angriff auch laut ausriefen. Die Damen wurden von Bodyguards gestoppt, Putin und Merkel setzten den Messe-Rundgang fort. Wie die örtliche Polizei mitteilte, handelte es sich um fünf Frauen zwischen 18 und 33 Jahren: Zwei Deutsche, zwei Ukrainerinnen und eine Russin.

Putin selbst war von der Topless-Protestaktion sichtlich angetan. Ihm habe es gefallen, gab er später bekannt, denn derartige Aktionen würden mehr PR für die Hannover Messe bedeuten. Politische Fragen solle man jedoch „lieber angezogen" diskutieren, so der russische Präsident. Auch Kanzlerin Merkel äußerte sich diplomatisch, schreibt die "Hannoversche Allgemeine". „Ob man in Deutschland zu einer solchen Notmaßnahme greifen muss und nicht anderweitig auch seine Meinung sagen kann, da habe ich meine Zweifel", sagte Merkel laut der Lokalzeitung. „Es gibt auch hier rechtliche Bestimmungen. Das wird jetzt überprüft werden."

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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