Immer weniger Russen sehen ihr Land als führende Weltraummacht an

Angesichts der anhaltenden Pannenserie mit der russischen Weltraumtechnik glauben immer weniger Russen daran, dass ihr Land noch immer die führende Raumfahrt-Nation der Welt ist. Seit zwei Jahren ist der Anteil derjenigen, die Russland auf der Spitzenposition sehen, um ein Drittel geschrumpft, wie eine Studie des Lewada-Zentrums zeigt. Hatten 2011 fast 51 Prozent der Befragten Russland als die führende Weltraummacht bezeichnet, waren es in diesem Jahr nur noch 35 Prozent. Weitere 31 Prozent bezeichneten bei der diesjährigen Umfrage die USA als den Raumfahrt-Spitzenreiter. Auf Platz drei landete China mit 9 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Europäischen Union (6 Prozent).

Auch wollen immer weniger Russen selber in den Weltraum fliegen. Der Anteil jener, die von einer Raumfahrt träumen, schrumpfte von 67 Prozent im Jahr 2007 auf 56 Prozent. Jeder zweite Interviewte vertrat jedoch die Meinung, dass Russland seine Raumfahrtprogramme ausbauen sollte.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte im August zwei Satelliten mit einer Proton-Rakete ins All geschickt. Weil der Briz-M-Booster aus der Produktion von Chrunitschew versagte, verfehlten die beiden Satelliten ihre Umlaufbahnen. Zuvor bereits waren in Russland innerhalb von wenigen Monaten mehrere Satelliten, aber auch die wichtige Mondsonde Phobos-Grunt infolge von Fehlstarts verloren gegangen. Bei der jüngsten Panne ist am 1. Februar eine Zenit-3SL-Rakete mit dem Kommunikationssatelliten Intelsat 27 in den Pazifik gestützt.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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