Wladimir Putin tritt live im Fernsehen auf

Am 25. April unterhält sich Wladimir Putin erstmals in seiner dritten Amtszeit als Präsident live im Fernsehen (auf den föderalen Fernsehsendern) mit Bürgern des Landes. „In Forsetzung der über zehnjährigen Tradition der Durchführung solcher Veranstaltungen wird das Staatsoberhaupt im

direkten Gespräch mit den Bürgern Russlands auf deren Fragen aus den Bereichen der Gesellschaftspolitik und und der Sozialökonomie des Landes antworten", teilt die Internetseite des Kremls mit.

Dem Präsidenten können Fragen von den Gästen des Studios, in dem die TV-Variante der „Hotline" aufgezeichnet wird, sowie von Menschen, die zu den speziell dafür in verschiedenen Städten Russlands eingerichteten Außenstellen kommen, gestellt werden. Außerdem werden auch noch Fragen, die über andere Informationskanäle, wie zum Beispiel Callcenter, Massenmedien und die Internetseite der „Hotline" eintreffen, beantwortet werden.

Wladimir Putin hat bereits während seiner ersten Amtszeit als Präsident auf den föderalen Fernsehkanälen mit den Bürgern diskutiert. Und er setzte diese Tradition auch fort, als er in das Amt des Ministerpräsidenten wechselte. Dabei wurden die Auftritte Wladimir Putins von Jahr zu Jahr immer länger. Das letzte Mal, am 15. Dezember 2011 (fünf Tage nach den ersten Massenprotesten gegen die Wahlfälschungen in Moskau), palaverte der Ministerpräsidenten und Präsidentschaftskandidat Putin länger als 4,5 Stunden. „Der Präsident hatte zu keiner Zeit die Absicht, irgendwelche Rekorde aufzustellen", teilte gegenüber der Tageszeitung Kommersant dessen Pressesprecher Dmitri Peskow mit. Er sei aber wie stets sehr gewissenhaft und werde auf alle Fragen antworten. Die Zahl der Themen und Fragen nehme allerdings mit jedem Jahr zu, entsprechend länger dauere auch mit jedem Jahr diese Veranstaltung.

In den verschiedenen Jahren stellten die Bürger des Landes während der Gesprächsrunde mit dem Präsidenten nicht selten recht kritische Fragen, so zum Beispiel zu den Parlamentswahlen 2011, den in Haft einsitzenden Millardär Michail Chodorkowski oder über die Terrorgefahr im Lande. Doch den Großteil machten Fragen zur Rente, den Löhnen von Staatsangestellten und der Situation in der Wohnraumwirtschaft aus.

Nach Meinung des Leiters der Stiftung Peterburgskaja politika (Petersburger Politik) Michail Winogradows könnten diesmal auch Fragen zur Situation in der Regierung gestellt werden (die Expertengemeinschaft erörtert bereits seit geraumer Zeit das angespannte Verhältnis zwischen dem Kreml und dem Ministerkabinett) sowie ein formales Fazit des ersten Jahres der dritten Amtszeit Putins verlangt werden.

 

Auf Grundlage von Meldungen der Tageszeitung Kommersant und der Onlinezeitung Gazeta.ru

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