Serbiens Premier Ivica Dacic: Lösung von Kosovo-Frage ohne Beteiligung Russlands unmöglich

Serbien rechnet laut Premier Ivica Dacic mit russischer Hilfe bei Entscheidungen über die Kosovo-Regelung. Am Donnerstag traf er sich in der serbischen Stadt Nis mit dem russischen Zivilschutzminister Wladimir Putschkow zur Erörterung des Prozesses der Entwicklung eines gemeinsamen humanitären Zentrums. „Wir können eine erfolgreiche und endgültige Entscheidung zum Kosovo ohne Hilfe unserer besten Freunde aus Russland nicht erzielen", so Dacic.

Im April hat der russische Regierungschef Dmitri Medwedew bekannt gegeben, dass Russland Serbien in der Kosovo-Frage weiterhin unterstützen wird, aber Serbien selbst diesen Prozess voranbringen muss.

Ein wesentlicher Fortschritt bei der Kosovo-Regelung wurde am vorigen Freitag erzielt, als die Regierungsdelegationen von Serbien und Kosovo nach Verhandlungen in Brüssel einen Vertrag über die Einrichtung der serbischen Munizipalitäten im Kosovo paraphierten. Der Vertrag verankert die Herausbildung einer neuen einheitlichen Gemeinschaft (Assoziation) der serbischen Gemeinden im

Kosovo, deren Funktionieren durch die örtlichen von Kosovo-Albanern beschlossenen Gesetze geregelt werden muss.

Gegen den Vertrag treten die serbischen patriotischen Organisationen und die Kosovo-Serben auf. Sie meinen, dass Serbien durch diesen Vertrag auf den Kosovo verzichtet, um sich der Europäischen Union anzunähern, und dass ein Referendum über den Abschluss eines solchen Vertrages entscheiden muss.

„Wenn jemand den Vertrag für ungünstig hält, so sind wir bereit, ihn auf einem Referendum zu besprechen. Aber in diesem Fall werden alle verpflichtet sein, die Entscheidung zu seinen Ergebnissen zu erfüllen", gab Dacic die Haltung der serbischen Regierung bekannt.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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