Tschetschenien-Chef Kadyrow erstaunt über Medienrummel um Boston-Anschlag

Der Chef der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, ist nach eigener Aussage darüber erstaunt, dass der Bombenanschlag auf den Boston-Marathon so viel Rummel in den Medien verursacht hat.

„In arabischen Ländern sterben täglich Hunderte von Menschen durch Terroranschläge und niemand

achtet darauf", sagte Kadyrow am Montag in Grosny. Auch Tschetschenien sei seinerzeit Opfer von Terroranschlägen gewesen. „Doch hat Amerika nicht uns, sondern die Terroristen unterstützt, die diese (Anschläge – Red.) verübt haben."

Kadyrow betonte, dass die Brüder Zarnajew, die hinter dem Boston-Anschlag vermutet werden, mit Tschetschenien nichts zu tun hätten. „Sie haben ein Verbrechen begangen und das bekommen, was sie verdient haben." „Viele fragen in Sozialnetzwerken, warum wir den Brüdern Zarnajew nicht helfen", sagte Kadyrow. „Ich habe nicht vor, mich für sie einzusetzen. Die Brüder Zarnajew sind Bürger Amerikas und stehen in keinerlei Bezug zu Tschetschenien."

Der tschetschenische Republik-Chef äußerte die Meinung, dass die beiden mutmaßlichen Boston-Bomber Mitglieder eines Terroristennetzwerkes waren und in Georgien und der Türkei ausgebildet wurden. „Jungs, die sie gut kannten, sagen, dass sie fähig waren, Terrorakte zu verüben, und sich auch dazu vorbereitet haben. Es ist klar, dass jemand hinter ihnen gestanden und sie gesteuert hat."

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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