Geflüchteter Top-Ökonom Sergej Gurijew: „Putin und Medwedjew nichts vorzuwerfen“

Der russische Spitzenökonom und Medwedjew-Vertraute Sergej Gurijew, der von seinem Amt des Rektors der Russischen Wirtschaftshochschule zurückgetreten ist und sich nach Frankreich abgesetzt hat, hegt nach eigenen Worten keinen Groll gegen die russische Staatsführung.

„Ich habe weder Wladimir Putin noch Dmitri Medwedjew etwas vorzuwerfen", sagte Gurijew dem Radiosender „Echo Moskwy".

Er respektiere die Haltung des Präsidenten und des Premiers, die sich in die Arbeit der Ermittlungsbehörde nicht einmischen wollen. „Ich habe Respekt vor dieser Haltung und bin der Meinung, dass es nicht richtig ist, den Landespräsidenten jedes Mal zu bitten, sich einzuschalten", so Gurijew.

Zuvor hatte Gurijew bestätigt, dass er nicht nach Russland zurückkehren will, bis er sicher sein kann, dass die russischen Justizbehörden keine Anschuldigungen mehr gegen ihn stellen.

Bereits diese Woche war öffentlich geworden, dass Gurijew, der zu Russlands Top-Ökonomen zählt, das Amt des Rektors der Russischen Wirtschaftshochschule niederlegen und nicht für den

Aufsichtsrat des größten Geldhauses Russlands, Sberbank, kandidieren will.

Das Ermittlungskomitee Russlands hatte vor einigen Tagen bestätigt, dass Gurijew vor kurzem vernommen wurde. Dabei sei es um „den Fall Yukos" gegangen.

Gurijew war nach eigenen Angaben im Zeitraum vom Februar bis April dreimal vernommen worden. Der Experte hatte 2011 im Auftrag des Menschenrechtsrats beim Präsidenten Russlands ein Gutachten zum „zweiten Fall Yukos" verfasst. Darin bestritt er die Schuld des ehemaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowski.

Gegenüber „New York Times" betonte Gurijew, er habe „nichts Böses getan". Er habe auch nie Geld von Yukos bekommen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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