Russland und China wollen ihre Identität in Epoche der Globalisierung wahren

Russland und China sind angesichts der sich schnell ändernden Welt in der gegenwärtigen Epoche der Globalisierung mit Problemen der Wahrung eigener Identität konfrontiert.

Zu diesem Schluss gelangten Wissenschaftler beider Länder am Samstag in einer Rundtischsitzung in Schanghai zum Thema "Nationale Identität in der Epoche der Globalisierung: Erfahrungen Chinas, Russlands und anderer Länder". Die Sitzung wurde vom internationalen Waldai-Diskussionsclub und der Schule für internationale und regionale Studien der Ostchinesischen Pädagogischen Universität organisiert.

"Das Problem der Bestimmung der eigenen Identität ist sowohl für Russland als auch für China wichtig, die in den letzten Jahren eine gewaltige Transformation durchmachen", sagte Feng Shaolei, Direktor des Zentrums für Russland-Studien bei der Ostchinesischen Pädagogischen Universität und Mitglied des Konsultativrates des Waldai-Clubs. "In diesem Sinne ist dieses Problem jetzt wesentlich wichtiger als vor 20 oder 30 Jahren", sagte der Wissenschaftler.

In der Sitzung referierten Russland-Experten und Soziologen der Ostchinesischen Universität, der Diplomatischen Akademie Chinas, des Instituts für Russland-Forschung der Akademie der Gesellschaftswissenschaften Chinas, der Universität Fudan und der Russischen Wirtschaftshochschule. Erörtert wurden Probleme des Nationalismus, der gegenwärtigen Weltordnung, der Nationalitätenpolitik in China sowie Änderungen in Gesellschaftsstrukturen Russlands und Chinas. Viel Raum nahmen auch Gegensätze zwischen der Globalisierung und dem Bestreben von Nationen ein, die eigene Identität zu wahren.

Der Diskussionsclub Waldai wurde 2004 von der Nachrichtenagentur RIA Novosti und dem Rat für Außen- und Verteidigungspolitik gegründet. Im Herbst dieses Jahres kommen Teilnehmer früherer Treffen sowie Sondergäste zur 10. Sitzung des Clubs, die am Waldai-See in Russland stattfindet.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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