Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedjew verteidigt das Exportmonopol auf Pipelinegas

Im Streit mit der EU-Kommission über die Liberalisierung des Energiemarkes in Europa hat Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwjedew das Exportmonopol auf Pipelinegas verteidigt.

"Wir werden der EU-Kommission keinen Gefallen tun und nicht mit unabhängigen Gasproduzenten über ihren Einstieg in internationale Pipelineprojekte von Gazprom verhandeln", erklärte der Topmanager am Dienstag in Moskau. Diese Idee stehe nicht einmal zur Diskussion. Die Liberalisierung des Exports von verflüssigtem Erdgas (LNG) habe nichts mit Pipelinegas zu tun. Er sei davon überzeugt, dass das Exportmonopol für Pipelinegas noch Jahrzehnte lang stehen werde, sagte Medwedjew.

Der Manager bestätigte Pläne von Gazprom, den Gaspreis für Europa von etwa 402 US-Dollar im vergangenen Jahr auf 370 bis 380 Dollar pro 1000 Kubikmeter in diesem Jahr zu senken. "Aber einen

einheitlichen Gaspreis für Europa kann es einfach nicht geben: Im Norden, wo der Spotmarkt eine größere Rolle spielt, ist der Preis niedriger als im Süden... Selbst Apfelsinen kosten in verschiedenen Ländern unterschiedlich." 2013 wolle der Monopolist mindestens 152 Milliarden Kubikmeter Gas ausführen, etwas mehr als 2012.

Dem Gazprom-Vize zufolge hatte Energieminister Alexander Nowak der EU-Kommission vorgeschlagen, gemeinsam die künftige Nachfrage nach Gas in Europa zu analysieren. Dann werde klar sein, ob weitere Projekte zum Ausbau der Infrastruktur zu realisieren seien, die momentan keine steigende Nachfrage nach Gas in Europa nach 2020 berücksichtigten. "Die Entscheidung über den Ausbau der Ostseepipeline Nord Stream und über die Gründung eines neuen Betreiberkonsortiums wird erst nach der Unterzeichnung von Gaslieferverträgen mit Europa getroffen", sagte Medwjedew.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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