Iranischer Botschafter in Moskau: Russische Fla-Systeme Tor eignen sich nicht als Ersatz für abgesagte S-300

Die taktischen Flugabwehrsysteme Tor, die Russland dem Iran als Ersatz für die abgesagten S-300-Raketen angeboten hat, passen nicht in den künftigen iranischen Raketenschild, wie der Botschafter der Islamischen Republik in Moskau, Seyed Mahmoud-Reza Sajjadi, mitteilte.

„In dem System, das wir zum Schutz unseres Landes ausgearbeitet haben, könnte das angebotene System Tor nicht die Funktionen der S-300 übernehmen", sagte der Botschafter am Montag in Moskau.

Der Iran hatte im Jahr 2007 Luftabwehrraketen des Typs S-300PMU-1 im Wert von 800 Millionen US-Dollar bei Russland bestellt. Im September 2010 verbot der damalige russische Präsident Dmitri

„Bis 2018 werden sieben weitere solche Anlagen in Betrieb gehen", sagte Putin beim Besuch in der

Medwedjew die Lieferung per Erlass. Der Kreml begründete die Entscheidung mit der Juni-Resolution des UN-Sicherheitsrates, welche die Lieferung von mehreren Waffenkategorien an den Iran untersagt.

Während die westlichen Staaten erleichtert aufatmeten, verklagte Teheran Moskau vor dem Internationalen Schiedsgericht in Genf auf vier Milliarden US-Dollar. Wie es hieß, würde Teheran seine Klage zurückziehen, wenn Russland die S-300 liefert. Russland sieht wenig Chancen, den Prozess zu gewinnen und bemüht sich bislang vergeblich um einen gütlichen Vergleich mit dem Iran.

S-300 gilt als eines der besten Flugabwehrraketensysteme der Welt und kann sogar ballistische Langstreckenraketen abschießen. Die neuesten Modifikationen sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von 200 Kilometern und in bis zu 27 Kilometern Höhe zu bekämpfen. Theoretisch können die S-300, die gegenwärtig den Kern der Luftabwehr Russlands bilden, auch gegen Bodenziele eingesetzt werden. Raketensysteme dieses Typs stehen auch in der Ukraine, in Weißrussland, Kasachstan, Bulgarien, Griechenland, China und der Slowakei im Dienst.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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