Snowden auf der Flucht: USA fordern von den Länder Lateinamerikas seine Auslieferung

Die US-Behörden haben alle Länder Zentral- und Lateinamerikas aufgefordert, den ehemaligen CIA-Mitarbeiter Edward Snowden festzunehmen und an die USA auszuliefern.
„Die USA weisen die Regierungen dieser Länder darauf hin, dass nach Snowden wegen verbrecherischer Aktivitäten gefahndet ist", heißt es in einer Erklärung des US-Außenamtssprechers. „Seine Reisen von Land zu Land sind zu unterbinden, bis auf solche, die notwendig sind, um ihn in die USA zurückzubringen."

Edward Snowden, ehemaliger Mitarbeiter der US-Beratungsfirma Booz Allen Hamilton, einem

Auftragnehmer der CIA, hatte Anfang Juni die geheim gehaltene Gerichtsorder, laut der die US-Geheimdienste Zugang zu allen Telefonaten des Mobilfunkbetreibers Verizon erhalten haben, veröffentlicht und der Presse Informationen zu dem streng geheimen Späh-Programm der US-Agentur für Nationale Sicherheit (NSA) zugespielt. Später wurde durch ihn auch das nicht minder umfangreiche britisch-amerikanische Überwachungsprogramm Tempora bekannt.

Die USA hatten bereits am 14. Juni gegen Snowden Anklage erhoben. In jedem der Anklagepunkte drohen dem Whistleblower bis zu 10 Jahre Haft. Snowden wird die illegale Weitergabe von Informationen, die die nationale Sicherheit betreffen, sowie die absichtliche Weitergabe von Geheimdienstinformationen und die Entwendung von Staatseigentum vorgeworfen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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