Russische Informanten verzichten vor Stuttgarter Gericht auf das letzte Wort

Andreas und Heidrun Anschlag, die sich seit Januar vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht wegen Spionage für Russland verantworten müssen, haben am Dienstag auf das letzte Wort verzichtet.

Die Verteidiger des „Agentenpaars" stellten in ihren Schlussplädoyers am Dienstag Kontakte ihrer Mandanten zum russischen Auslandsgeheimdienst SWR nicht in Abrede. Nachdem alle vier Anwälte ihre Reden gehalten hatten, räumte die Richterin Sabine Roggenbrod den Angeklagten das letzte Wort ein. Andreas und Heidrun Anschlag, die während des gesamten Prozesses geschwiegen haben, antworteten, dass die Anwälte bereits alles gesagt hätten.

Die Eheleute, die in Wirklichkeit angeblich Alexander und Olga heißen und mit österreichischen

Pässen in Deutschland lebten, wurden im Oktober 2011 festgenommen. Ende September 2012 wurden sie angeklagt, für ein anderes Land spioniert zu haben. Laut der Ermittlung hatte das Ehepaar bereits 1988 Spionageaktivitäten aufgenommen.

Die mutmaßlichen Spione werden unter anderem beschuldigt, den russischen Auslandsgeheimdienst SWR mit vertraulichen Informationen über die politische und militärische Strategie der EU und der Nato beliefert zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Verdächtigen 4,5 bzw. 7,5 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 500 000 Euro.

Das Urteil soll am 2. Juli verkündet werden. Die beiden Angeklagten hoffen, nach der Urteilsverkündung durch einen Agentenaustausch in die Heimat zurückkehren zu können.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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