Sergej Lawrow auf US-Vorwürfe: Snowden überquerte nie russische Grenze

Russland hat sich vom NSA-Enthüller Edward Snowden distanziert. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Dienstag, dass der Mann, dem in den USA wegen Geheimnisverrats Gefängnis droht, die russische Grenze nie überquert habe.

„Wir haben weder mit Herrn Snowden noch mit dessen Verhältnissen mit der US-Justiz noch mit dessen Bewegungen durch die Welt etwas zu tun", sagte Lawrow am Dienstag in Moskau. Snowden entscheide selbständig über seine Reiseroute und Russland erfahre aus den Medien darüber. „Er hat die russische Grenze nicht überquert."

Lawrow warnte davor, Russland einen Verstoß gegen US-Gesetze zur Last zu legen und die Vorwürfe

mit Drohungen zu begleiten. Ein solches Vorgehen amerikanischer Amtspersonen sei haltlos und unakzeptabel.

Die USA hatten am 14. Juni gegen den Whistleblower Anklage wegen Geheimnisverrats erhoben und seine Festnahme beantragt. Der Mann, der Schnüffelaktionen amerikanischer und britischer Geheimdienste enthüllt hat, versteckte sich zunächst in Hongkong und kam am Sonntag nach Moskau. Am Montagnachmittag hielt sich der 30-Jährige nach inoffiziellen Angaben in der Transitzone des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Laut Medienberichten hat Snowden Ecuador um Asyl ersucht.

US-Außenminister John Kerry warnte China und Russland wegen Nicht-Auslieferung Snowdens vor Konsequenzen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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