Europas größter Laser benötigt russische Magneten

Das Experimentalwerk des Forschungsinstituts für elektrophysikalische Anlagen in St. Petersburg plant, bis Ende 2014 alle 715 Magneten für den europäischen Hochleistungs- Röntgenlaser auf der Basis freier Elektronen XFEL zu fertigen, teilte der Werksdirektor Witalij Tanajew gegenüber RIA Novosti mit.

„Das Institut und das Experimentalwerk arbeiten zurzeit an mehreren Programmen. Eines ist dem europäischen Laser XFEL gewidmet. Wir fertigen 715 Magneten verschiedenster Ausführung, worin auch die Besonderheit dieser Magneten besteht — sie funktionieren als hochgenaue

elektromagnetische Linsen. Es gibt kaum ein anderes Land in der Welt, das solche Magneten herstellen kann. Bis heute haben wir bereits 200 Magneten gefertigt und wir müssen die Fertigung dieser Magneten bis Ende 2014 abgeschlossen haben", sagte er.

XFEL ist ein Elektronenbeschleuniger mit einer besonderen Komponente — einem Undulator, der aus periodisch angeordneten Magneten besteht, die die Elektronen von ihrer geradlinigen Bewegungslinie ablenken. Die auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigten Elektronen werden durch die Einwirkung des Magnetfelds abgelenkt und generieren Röntgenstrahlen, die es gestatten, die Struktur von Materialien mit sehr hoher Genauigkeit zu untersuchen und in Echtzeit chemische Reaktionen zu verfolgen.

Die Forschungsanlage wird in der Nähe von Hamburg in einer Tunnelanlage mit einer Gesamtlänge von 5,777 Kilometern errichtet. Die Tunnel münden in einem Versuchssaal mit einer Fläche von 4.500 Quadratmetern und einer Tiefe von 14 Metern. Es ist geplant, dass der Laser seine Arbeit im Jahre 2016 aufnehmen wird.

Am Bau des Lasers wirkt Russland mit, das für das Projekt 306,4 Millionen Euro bereitgestellt hat. Das Gesamtvolumen des Projektes wird auf ca. 1,2 Milliarden Euro geschätzt, an ihm sind zwölf Länder beteiligt.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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