US-Staatsanwaltschaft klagt Dschochar Zarnajew an: Auf 17 Punkten steht die Todesstrafe

Am Donnerstag hat eine aus Laienrichtern bestehende Grand Jury in den USA Anklage gegen Dschochar Zarnajew erhoben. Der 19-jährige Tschetschene wird in 30 Punkten angeklagt. Sie alle hängen mit dem zweifachen Anschlag auf den Bostoner Marathon zusammen, den Dschochar Zarnajew gemeinsam mit seinem älteren Bruder Tamerlan am 15. April dieses Jahres ausgeübt haben soll. Bei dem Attentat gab es drei Tote, über 260 Menschen wurden verletzt, teilweise schwer.

Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, steht auf 17 der insgesamt 30 Anklagepunkte die Todesstrafe. Für die übrigen Punkte sind entweder zeitlich begrenzte oder lebenslange Freiheitsstrafen vorgesehen.

Den Brüdern wird auch vorgeworfen, vier Tage nach dem Doppelanschlag einen Campuspolizisten der Eliteuniversität MIT getötet zu haben. An diesem Tag kam die Polizei den Brüdern auf die Spur und nahm deren Verfolgung auf.

In der Anklageschrift heißt es, der schwer verletzte Zarnajew, der sich auf einem Motorboot vor einem

Grundstück in einem Wohngebiet versteckt hielt, habe dort die Botschaft hinterlassen: „Die Regierung der USA tötet unschuldige Zivilpersonen. Ich kann nicht tatenlos daneben stehen und das unbestrafte Übel mitansehen. Wir Muslime bilden eine Einheit, wenn Ihr einen von uns tötet, habt Ihr uns alle getötet."

In dem Dokument werden auch mögliche Ursachen dafür angeführt, dass der gesellige und lebensfrohe Jugendliche Dschochar Zarnajew zu einem radikalen Islamisten wurde. Bei der Durchsuchung seines Computers entdeckte man extremistische Literatur, die kurz vor dem Doppelanschlag aus dem Netz geladen wurde. Außerdem fanden die Ermittler eine Anleitung zum Bauen von Bomben aus Schnellkochtöpfen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Gazeta.ru

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