Putin: Drittes EU-Paket diskriminiert traditionelle Gaslieferanten

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich über diskriminierende Einschränkungen der Gaslieferanten beschwert. Er rief die Lieferanten dazu auf, sich gemeinsam für ihre Rechte auf internationalen Märkten einzusetzen. Mit dieser Position trat er am Montag bei der Eröffnung des zweiten Gipfels des Forums erdgasexportierender Länder im Kreml auf.

Während seiner Ansprache ging Putin insbesondere auf das Dritte Energiepaket der Europäischen Union ein. „Das in Kraft getretene Paket schränkt die Tätigkeit traditioneller Gaslieferanten auf dem EU-Markt in hohem Maße ein. Die Gaslieferanten haben jahrzehntelang große Mittel in die Entwicklung des europäischen Gasmarkts investiert“, so Putin.

Darüber hinaus forderte Putin die am Forum teilnehmenden Länder zur Formulierung einer

gemeinsamen Position auf, insbesondere im Kontext der an Bedeutung zunehmenden alternativen Energieträger. „Erdgas ist effektiv, zuverlässig und sicher. Aber darauf sollten wir uns nicht ausruhen – ansonsten werden wir den Wettbewerb gegen die alternativen Energieträger verlieren“, sagte Putin. Gleichzeitig betonte er, man müsse neue Anwendungsfelder von Erdgas erschließen.

Die EU-Kommission hatte eine Untersuchung zum Wettbewerb auf dem Gas- und Strommarkt in der Europäischen Union eingeleitet. Der Generaldirektor der Gazprom Export GmbH, Alexander Medwedjew, sagte, die EU-Untersuchung sei allein zum Zweck einer künstlichen Preissenkung für russisches Erdgas durchgeführt worden.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RBC.

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