Russisches Außenministerium: Treffen von Veteranen der Waffen-SS in Estland verletzt internationales Recht

Das russische Außenministerium hat sich über ein Treffen der ehemaligen 20. estnischen Division der Waffen-SS empört. Es hält die Durchführung einer solchen Veranstaltung für nicht zulässig. Das jährliche Treffen der SS-Veteranen fand trotz Protesten aus der Bevölkerung am vergangenen Samstag in der Stadt Sinimäe im Nordosten des Landes statt. Wie RIA Novosti berichtete, nahmen an der Veranstaltung mehr als 100 Personen teil.

„Wir halten den blasphemischen Versuch einer Ehrung von ehemaligen SS-Angehörigen in Estland für unzulässig. Gemäß den Urteilen des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg waren diese Personen während des Zweiten Weltkriegs für zahlreiche Morde und andere Gräueltaten in den von Deutschland okkupierten Gebieten verantwortlich“, heißt es in einer entsprechenden Erklärung des russischen Außenministeriums.

Wie das Ministerium weiter festhält, fand das Treffen mit Erlaubnis der lokalen Behörden statt. „Wir können nicht über die offensichtliche Zustimmung der estnischen Regierung für die Durchführung einer solchen Veranstaltung hinwegsehen. Auch empört uns das Fehlen einer entsprechenden Reaktion der Europäischen Union, deren Mitglied Estland ist, auf eine solche für alle rational denkende Europäer verletzenden Aktion. Das Treffen stellt eine grobe Verletzung des internationalen Rechts dar und hintergeht alle internationalen Verpflichtungen von Estland“, erklärte das russische Außenministerium.

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