Massenhafte Taubensterben in Moskau: Die Bewohner machen sich Sorgen

Die Moskauerinnen und Moskauer machen sich Sorgen um die Tauben. In sozialen Netzwerken und Blogs ist von einer mysteriösen Seuche die Rede, die die grauen Stadtvögel dahinrafft.

„Tatsächlich rufen in letzter Zeit vermehrt besorgte Bürger an, die eindeutig kranke Vögel gesehen haben", teilte der Vorsitzende des russischen Vogelschutzverbandes, Viktor Subakin, RIA Novosti mit. Von einer mystischen Krankheit will der Vogelkundler jedoch nichts wissen. Ihm zufolge handelt es

sich „zweifellos um einen natürlichen Regulierungsmechanismus" der Taubenpopulation – hervorgerufen und verstärkt durch das Zufüttern. Derartige Prozesse treten laut dem Ornithologen ein, wenn viele Vögel auf kleinem Raum geballt leben, wie das in Moskau der Fall sei.

Der Vogelexperte warnte dabei davor, die Tauben zu berühren. Da die Tiere ihr Futter unter anderem auf den Müllhalden finden, könne man sich dabei eine Ornithose holen, hieß es.

An den Moskauer Veterinärausschuss hat sich dabei noch niemand mit einer Anfrage zu toten oder kranken Tauben gewandt.

Der Chef des Verbraucherschutzes Rospotrebnadsor Gennadi Onischtschenko erklärte, die Meldungen über das massenhafte Taubensterben seien derzeit noch kein Grund zur Panik. Russlands Ober-Hygienearzt wollte dabei nicht einmal den Fakt selbst bestätigen. Dies liege in der Kompetenz anderer Stellen, hieß es.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland