Anwalt: Snowden reist inkognito durch Russland

Der flüchtige NSA-Whistleblower Edward Snowden, dem Russland zeitweiliges Asyl gewährt hat, bewegt sich laut dem Anwalt Anatoli Kutscherena, im Fluchtland unerkannt durch die Straßen. Wie der Jurist, der Snowden vor dem Asylentscheid im Flughafen Scheremetjewo besucht hatte, ausführte, mache der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Spaziergänge unter der Aufsicht von Bodyguards.

„Er geht spazieren, er darf reisen. Er reist", so Kutscherena im Interview mit dem TV-Sender RT. Auf

die Frage, ob Snowden auf der Straße erkannt werde, sagte der Rechtsexperte: „Nein, noch erkennt ihn niemand."

Snowden verfügt auch dem russischen Anwalt zufolge noch über weitere unveröffentlichte Materialien. „Ja, zweifellos. Man muss verstehen, dass Edward genügend Jahre bei der CIA gearbeitet hat. Er ist ein erfahrener Spezialist, ein Profi", hieß es.

Die weitere Zukunft des IT-Spezialisten, den die USA wegen seiner Enthüllungen über die weltweiten Spähprogramme der Geheimdienste vor Gericht stellen wollen, sieht Kutscherena in der Menschenrechts-Sphäre. „Ich glaube, dass er sich der Menschenrechte annehmen wird. Im Rahmen seiner Menschenrechtler-Tätigkeit wird er, denke ich, selbst entscheiden, wie er vorgeht, was er zu tun hat", sagte der Rechtsanwalt zu RT.

Der Aufdecker werde wohl bald Besuch von seiner Familie bekommen, fügte Kutscherena an. Dabei sei nicht nur sein Vater mit US-Anwälten in Russland zu erwarten. „Höchstwahrscheinlich kommt auch seine Mutter und vielleicht Oma und Opa."

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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