Kreml-Stabschef Iwanow: In Syrien kämpfen alle gegen alle

Von einer Konfrontation zwischen Regierung und Opposition ist in Syrien schon lange keine Rede mehr: Nach Ansicht des Kreml-Stabschefs Sergej Iwanow begreift der Westen langsam die Notwendigkeit, mit allen Parteien einzeln zu sprechen.

„Dort kämpfen alle gegen alle", sagte er in einem Interview für die Tageszeitungen „Komsomolskaja Prawda", „Rossijskaja Gaseta" und „RBC Daily" sowie für die Internet-Zeitung „Gazeta.Ru". „Einen Krieg der Regierung gegen die Opposition gibt es dort lange nicht mehr. Die Opposition besteht aus

mindestens fünf voneinander unabhängigen Fraktionen, von denen einige einander hassen."

„Der Westen erkennt langsam, dass die Opposition durchsortiert werden muss. Man muss aufhören, mit Al Qaida und anderen Extremisten über (die internationale Friedenskonferenz) Genf-2 zu sprechen. Wünschenswert wäre auch, dass sie nicht mit Waffen versorgt werden. Wenn der Westen die aus Syrern bestehende sogenannte Syrische Volksarmee bewaffnet, die gegen Assad kämpft, so gibt es keinen Grund zur Annahme, dass Al Qaida ihnen diese Waffen nicht einfach wegnehmen wird, weil Al Qaida stärker ist als die innere syrische Opposition. Wenn man sich davon distanziert, könnte man sowohl Vertreter von Assad als auch, sozusagen, die zurechnungsfähige Opposition zur Genf-2-Konferenz einladen und einen Dialog aufnehmen", so Iwanow.

„Man sollte nicht vergessen, dass in Syrien verfassungsgemäß im Jahr 2014 Präsidentenwahlen stattfinden sollen. Natürlich wäre es naiv, von einer freien Willensbekundung in Syrien zu sprechen. Wenn wir uns aber schon darauf geeinigt haben, dass wir die Grundlagen der Demokratie anerkennen, so sollten wir versuchen, faire Wahlen zu organisieren, ungefähr wie zuvor in Afghanistan", fügte der Chef der Präsidentenadministration hinzu.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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