Geldwäsche-Vorwürfe: Zentralbank Russlands entzieht Moskauer Großbank Lizenz

Wegen undurchsichtiger Geschäfte und Geldwäsche hat die russische Zentralbank der Moskauer Master-Bank die Lizenz entzogen.

Von Mittwoch an sind alle Operationen der Bank eingestellt und ihre Kreditkarten gesperrt, teilten die obersten Währungshüter am gleichen Tag mit. Die Zentralbank setzte auch eine Zwangsverwaltung

ein. Die Forderungen der Kunden belaufen sich auf rund 30 Milliarden Rubel (676,6 Mio Euro), was Marktexperten auf den bislang schwersten Versicherungsfall in Russland einstufen.

Die Agentur für die Guthabenversicherung hat nach eigenen Angaben genug Mittel, um die Kunden abzufinden. Laut Gesetz zahlt die Agentur einem Kunden pro Konto höchstens 700 000 Rubel Entschädigung aus. Kompensationen für höhere Guthaben werden erst aus der Konkursmasse der Bank gezahlt.

Die Master-Bank hat eines der größten Geldautomatennetze in Moskau und erwies etwa 200 Geldhäusern CardProcess-Dienste. Demnach sind Karten auch dieser Banken vorübergehend gesperrt, wenngleich das Geld den Kunden weiterhin zur Verfügung steht. Ihrer Aktiva nach lag die Master-Bank zum 1. November dieses Jahres an 74. Stelle in Russland. Das Eigenkapital der Bank beträgt 9,1 Milliarden Rubel.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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