Russland liberalisiert Flüssiggas-Exporte

Nach jahrelangem Streit zwischen dem Gasmonopolisten Gazprom und anderen Gas fördernden Unternehmen hat Russland die Ausfuhr von verflüssigtem Erdgas (LNG) liberalisiert.

Am Freitag nahm das Parlament in Moskau ein entsprechendes Gesetz in dritter und endgültiger Lesung an. Demnach behält der Gazprom- Konzern seine Monopolstellung ausschließlich beim Export von Pipelinegas bei. Das Dokument soll zum 1. Dezember 2013 in Kraft treten.

Laut Gesetz werden Unternehmen zum LNG-Export berechtigt, in deren Lizenz nach dem Stand vom 1. Januar 2013 eine Auflage zum Bau eines LNG-Werks enthalten ist. Die Genehmigung gilt auch für Unternehmen, an denen der Staat zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist oder die Felder im

innerrussischen Gewässer oder auf dem Festlandsockel erschließen, darunter im Schwarzen und im Asowschen Meer. 

Somit könnten das Joint Venture Jamal-LNG – ein Projekt des unabhängigen russischen Gasförderers NOVATEK – sowie LNG-Werke des staatlich geführten Ölkonzerns Rosneft und von Gazprom zu Exporteuren von verflüssigtem Gas in Russland werden. Auf der Abschaffung des LNG-Exportmonopols von Gazprom hatte besonders aktiv der NOVATEK-Konzern bestanden. Später wurde er auch vom Rosneft-Konzern unterstützt, der die eigene Gasgewinnung ernsthaft steigern will. „Die Präsenz anderer russischer Exporteure neben Gazprom soll den Anteil Russlands am globalen Erdgasmarkt erhöhen und für stabile Preise für Gas als Ganzes sorgen", urteilten die Urheber des Gesetzes.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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