Russischer Ex-Verteidigungsminister Serdjukow muss vor Gericht

Der ehemalige russische Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow muss sich wegen Fahrlässigkeit vor Gericht verantworten. Wie der amtliche Sprecher des russischen Ermittlungskomitees, Wladimir Markin, am Donnerstag mitteilte, wird der durch Serdjukow verursachte Schaden auf 56 Millionen Rubel (etwa 1,7 Millionen US-Dollar) geschätzt. Fahrlässiges Handeln kann mit einer Geldstrafe von bis zu 120 000 Rubel (mehr als 3600 US-Dollar) oder mit Besserungsarbeit geahndet werden.

Nach Angaben der Ermittler hatte Anatoli Serdjukow als Verteidigungsminister seine Untergebenen

mündlich beauftragt, im Gebiet Astrachan auf staatliche Kosten eine Autostraße zu bauen, so Markin. Das Ziel sei gewesen, eine Ferienherberge für das Verteidigungsministerium einzurichten.

Auf Verfügung des Ex-Ministers seien die Ausstattungsarbeiten geleistet worden, wobei Grundwehrsoldaten bei der Anpflanzung von Grünflächen und Soldaten der Eisenbahntruppen beim Straßenbau im Einsatz gewesen seien, so Markin. Ihm zufolge durfte die fertig gestellte Straße nur von den Besitzern und den Besuchern der Herberge benutzt werden.

Hierzu gebe es keine Verfügungsunterlagen bzw. Befehle, die die Verausgabung staatlicher Geldmittel und die juristischen Rechte des Verteidigungsministeriums auf die genannte Straße belegen könnten, so der Sprecher.

Serdjukow, bisher Zeuge im Untersuchungsverfahren zum Waffenunternehmen „Oboronservis", muss nun in einem neuen Verfahren selbst zum Verhör. Er wurde am Freitag vor Gericht geladen. Laut seinem Anwalt Genrich Padwa, der nach eigenen Angaben in einem anderen Prozess beschäftigt ist, kann der Ex-Minister erst am Dienstag in Begleitung seines Anwaltes vor Gericht erscheinen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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