Säureanschlag auf Bolschoi-Ballettchef Sergej Filin: Sechs Jahre Straflager für den Drahtzieher

Ein russisches Bezirksgericht hat am Dienstag den Bolschoi-Startänzer Pawel Dmitritschenko für schuldig erklärt, einen Säureanschlag auf Bolschoi-Ballettchef Sergej Filin organisiert zu haben, und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von sechs Jahren.

Dmitritschenko (29) wird bewusste schwere Körperverletzung vorgeworfen. Wegen der Unzufriedenheit mit Filins Führungsstil soll er zwei Bekannte zu dem Anschlag angestiftet haben. Dmitritschenkos Aussage, er habe nur in Auftrag gegeben, Filin zu schlagen, nicht aber Säure einzusetzen, bewertete

die Richterin als Versuch, sich der Verantwortung zu entziehen.

Seine beiden Komplizen - den Täter Juri Saruzki und den Fahrer des Fluchtautos Andrej Lipatow – verurteilte das Gericht zu zehn bzw. vier Jahren Haft.

Dmitritschenko und Lipatow bestreiten ihre Schuld. Saruzki behauptet, er habe den Anschlag selbständig geplant und verübt.

Sergej Filin (42) war am 17. Januar vor seinem Haus in Moskau schwer verletzt worden: Ein Attentäter schüttete dem Ballettchef des Bolschoi Säure ins Gesicht. Von der Verätzung waren nach Angaben beide Augen bis in tiefe Bereiche betroffen. Nach der Erstbehandlung in Moskau unterzog sich Filin in den vergangenen Monaten einer Behandlung in Deutschland. Nach 20 Augen-OPs erreicht sein linkes Auge 80 Prozent Sehschärfe. Mit dem rechten Auge kann Filin inzwischen wieder große Zeichen erkennen, aber das Heilungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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