Russlands Ermittlungskomitee: Illegale Geschäfte mit von US-Bürgern adoptierten Kindern im Internet

Nach einer journalistischen Recherche zum Schicksal russischer Adoptivkinder in den USA hat das Untersuchungskomitee Russlands ein Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel angestrengt.

„Nach Angaben der Ermittler sind in den USA auf den Plattformen Yahoo und Facebook illegale Börsen etabliert worden, auf denen illegale Geschäfte mit von US-Bürgern adoptierten Kindern abgewickelt wurden", teilte der Sprecher der Behörde, Wladimir Markin, am Donnerstag mit. Diesen Deals seien 26

minderjährige Bürger der Russischen Föderation zum Opfer gefallen. „Darüber hinaus steht fest, dass einige von ihnen sexuell ausgebeutet wurden."

Die Agentur Reuters und der Fernsehsender NBC hatten über Misshandlungen russischer Adoptivkinder in den USA berichtet. Daraufhin schickte das russische Untersuchungskomitee im November an US-Generalbundesanwalt Eric Holder eine Anfrage mit der Bitte um eine Überprüfung der Meldungen.

Russland hatte am 1. Januar mit dem so genannten Dima-Jakowlew-Gesetz die Kinderadoption ins Ausland verboten. Das Gesetz trägt den Namen des Adoptivkindes Dima Jakowlew. Der Zweijährige war im Juli 2008 in den USA gestorben, nachdem sein Adoptivvater ihn bei 50 Grad Hitze neun Stunden lang im Auto eingesperrt hatte.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RIA Novosti.

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