Gazprom findet riesige Ölvorkommen auf der Insel Sachalin

Die Nacherkundeung des Juschno-Kirinskoje-Gaskondensatvorkommens von Gazprom bei der Insel Sachalin hat 464 Mio. Tonnen Öl in der Fundstätte gezeigt. Bis dahin wurden keine großen Ölreserven des Projekts festgestellt. Über den großen Fund schreibt die Zeitung „Wedomosti" mit dem Verweis auf eine Quelle in den Subunternehmen des Gaskonzerns.

Drastisch erhöht haben sich auch die geförderten Gas- und Gaskondensatmengen. Wenn nach ursprünglichen Angaben die Gasreserven des Vorkommens 563,2 Mrd. m³ betrugen, wird ihre Menge nun mit 682 Mrd. m³ veranschlagt. Das ist mehr, als die gesamte Gasförderung in Russland im letzten Jahr.

Aufgrund des großen Fundes wird Gazprom wohl das ganze Schema der Erschließung Fundstätte ändern müssen. Normalerweise muss, wenn Öl und Gas an einem Ort vorkommen, das Öl zuerst entnommen werden. Die Erschließung beider Ressourcen zur gleichen Zeit ist ineffizient.

Früher sagte Gazprom, die Juschno-Kirinskoje Fundstätte sei eine Ressourcenbasis für die Flüssiggasfabrik „Wladiwostok SPG". Es wurde geplant, die Fabrik gleichzeitig mit dem Beginn der

Erschließung 2018 in Betrieb zu nehmen. Nun wird vermutet, dass der Projektstart sich um ein Jahr verschiebt.

Außer dem Juschno-Kirinskoje hat Gazprom mit dem Sachalin-3-Projekt noch zwei Fundstätten, die beim Erreichen der maximalen Projektleistung 8-9 Mrd. m³ Gas pro Jahr liefern sollen. Mit ihnen soll allerdings der russische Ferne Osten gespeist werden, während Juschno-Kirinskoje, das größte der Vorkommen, für den Export geplant war.

Bei Sachalin sind derzeit noch die Projekte Sachalin-1 und Sachalin-2 in Betrieb. Im Rahmen des letzteren, das dem Gasmonopolisten gehört, wird eine Flüssiggasfabrik betrieben, die Treibstoff für die Asiatisch-Pazifische Region herstellt. Auf Sachalin-1 wird eine ebensolche Fabrik von Rosneft und ExxonMobil geplant.

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