Die wegen den Massendemonstrationen in Moskau Verhafteten wurden schuldig gesprochen

Das Moskauer Gericht verlas am Freitag das Urteil zu den Teilnehmern des Falls der Massenunruhen auf dem Bolotnaja-Platz am 6. Mai 2012. Insgesamt gibt es 8 Angeklagte in diesem Fall. Sie alle werden, außer der Teilnahme an den Massenunruhen auch der Übergriffe auf Polizisten beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft fordert, die Teilnehmern zu 5 bis 6 Jahren Haftstrafe in Strafgefangenenlagern ohne Sonderregime zu verurteilen.

Der Fall, in dem das Urteil verlesen wurde, hat schon den Namen „Bolotnaja-Fall" erhalten. Die Rede ist von einer Massendemonstration der Opposition im Zentrum Moskaus am 6. Mai 2012, die mit Ausschreitungen verbunden war.

Am Freitag sagte die Richterin, „die Angeklagten haben an Massenunruhen teilgenommen". Im Urteil wird auch gesagt, dass die Angeklagten Antiregierungsparolen skandierten, Polizeiangehörige mit Asphaltstücken bewarfen, in voller Absicht handelten und gegen Mitarbeiter von Sicherheitskräften in Amtsausführung nicht lebensgefährliche körperliche Gewalt angewendet haben".

Damit beschloss das Gericht eine Verlegung der Urteilsverlesung auf Montag den 24. Februar. Die Anwälte der Angeklagten gaben bereits bekannt, dass sie gegen ein beschuldigendes Urteil in Berufung gehen werden.

In Zusammenhang mit der Urteilsverlesung wurden im Gerichtsgebäude seit dem Morgen die

Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Der Gebäudeeingang wurde abgesperrt und das Gebäude wurde von Sonderpolizei-Kämpfern (OMON) patrouilliert. Auch die Kontrolle am Eingang ins Gebäude wurde verschärft.

Noch am Vormittag versammelten sich in der Nähe des Gebäudes die Unterstützer der Angeklagten und skandierten: „Freiheit!". Konkret wurden die bekannten Oppositionellen Alexej Nawalny, Dmitrij und Gennadij Gudkow, Michail Kasjanow, Boris Nemzow, Ilja Jaschin, das Oberhaupt der Helsinki-Gruppe Ljudmila Alexejewa, sowie Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina aus Pussy Riot vor dem Gebäude gesehen.

Beim Gericht verliefen Einzeldemonstrationen, die von den Polizeibeamten generell gelassen angingen. Später begannen die Sicherheitskräfte, Menschen zu verhaften, die sich neben dem Gebäude versammelten. Nach unterschiedlichen Angaben wurden bereits über 100 Menschen neben dem Gerichtsgebäude festgenommen, berichtet die Zeitung „Kommersant-Online", die eine Chronik dazu führt.

Zuvor wurde für den Freitagabend eine Versammlung angekündigt, die nun auf den Montag verlegt werden soll. Alexej Nawalny sagte: „Es macht nur Sinn, nach dem Urteil auf die Straßen zu gehen".

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