Gazprom warnt Kiew vor Transitgas-Stehlen

Der Vorstandschef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, hat die Ukraine davor gewarnt, Gas aus der Transitpipeline abzuzapfen. „Falls Kiew keine Vorkasse für Juni zahlt, wird Gas an die ukrainische Grenze nur in der Menge gepumpt, die die ukrainische Seite für Kunden nach Europa transportieren soll“, sagte der Topmanager am Samstag in Moskau.

Der ukrainische Versorger Naftogaz steht derzeit mit rund 3,5 Milliarden US-Dollar bei Gazprom in der Kreide. Am 13. Mai stellte Gazprom der ukrainischen Seite eine Rechnung für Juni aus, die Kiew im Voraus zu begleichen hat. Sollte der Betrag von rund 1,66 Milliarden Dollar nicht bis Anfang Juni überwiesen werden, dreht Gazprom den Gashahn für die Ukraine am 3. Juni zu. 

Im Zusammenhang mit dem drohenden „Gas-Krieg“ sprach sich Miller für die volle Auslastung der wichtigen Pipeline OPAL durch Gazprom aus, die die Fernleitung Nord Stream zwischen Russland und Deutschland mit dem europäischen Gastransportnetz verbindet. Die OPAL-Leitung mit einer Durchsatzkapazität von 36 Milliarden Kubikmetern pro Jahr darf von Gazprom derzeit wegen Auflagen des Dritten EU-Energiepakets nur zur Hälfte genutzt werden. 

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Stimme Russlands

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