St. Petersburger Wirtschaftsforum ohne deutsche Konzernchefs

Am 22. Mai hat in Russland ein Wirtschaftsforum begonnen. Im Unterschied zu 2013 wird Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nach St. Petersburg kommen. Es ist offensichtlich, dass sie dem Druck aus Washington nachgegeben hat, berichtet "Nesawissimaja Gazeta".

Das Weiße Haus hat bekanntlich den US-Unternehmen die Teilnahme am St. Petersburger Forum untersagt. In Berlin behauptet man zwar, die Unternehmen wegen der Ukraine-Krise nicht unter Druck zu setzen. Die Entscheidung, ob sie nach Sankt Petersburg reisen, dürfte ihnen aber ziemlich schwer fallen. Merkel hebt einerseits die große Bedeutung der guten Beziehungen mit Russland hervor, Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel droht hingegen mit einer Verschärfung der antirussischen Sanktionen.

Vor diesem Hintergrund haben sich einige Großunternehmen wie E.ON und Siemens für eine halbe Lösung entschieden: Die Konzernchefs verzichten auf ihre Teilnahme am Forum, schicken aber ihre Stellvertreter. Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Eckhard Cordes, verwies im Vorfeld des Wirtschaftsforums auf dessen große Bedeutung für den Ausbau der Wirtschaftskooperation und warnte vor negativen Folgen von antirussischen Sanktionen.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Stimme Russlands

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