Russische Industrie soll die Abfälle aus der Vernichtung der Chemiewaffen wiederverwerten

Das Ministerium für Industriehandel der Russischen Föderation hat vorgeschlagen, in der Industrie Abfälle wiederzuverwenden, die bei der Vernichtung von Chemiewaffen entstehen. Nach Einschätzung von Experten geht es um mehr als 100.000 Tonnen hochqualitatives Metall und entschädigte chemische Stoffe, meldet die Zeitung „Wzglyad“.

„In der Landwirtschaft kann man Arsensalze verwenden, die als Mineraldünger verwendet werden können, sowie die Stahlbehälter der Munition“, berichtete die Sprecherin des Ministeriums Irina Kolmasnina. Ihren Worten zufolge gibt es in Russland bislang keine festgesetzte Ordnung über eine Übergabe von verbrauchten Chemieabfällen an Unternehmen. Hierfür wird ein Sonderbeschluss der Regierung vorbereitet.

Nach vorläufigen Angaben wird das Dokument Anfang 2015 in Kraft treten. Dem Subjekt der Föderation, in dem sich das Unternehmen zur Vernichtung der Chemiewaffen befindet, werden die Abfälle kostenlos übergeben. Falls die Region diese nicht annimmt, werden die Stoffe an Privatunternehmen im Rahmen einer Auktion versteigert.

In Russland gibt es derzeit fünf Objekte zur Vernichtung chemischer Kampfstoffe. Der größte Teil der Geschosse und Bomben wird in Udmurtien zerstört, aber auch in den Regionen Saratow, Pensa, Kurgan, Kirow und Brjansk gibt es solche Unternehmen. Im Dezember 2015 wird in Russland auch das Föderalprogramm zur planmäßigen Vernichtung des Chemiewaffenarsenals beendet sein.

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