Ungarn setzt sich für das „South Stream“-Projekt ein

Ungarn wurde zu einem weiteren Land, das „South Stream“ unterstützte. „Dieses Projekt wird die Sicherheit unserer Energieversorgung sicherstellen. Wir wollen nicht in der Situation landen, in der die Lieferungen unseres Gases von der Ukraine abhängen“, sagte der Premierminister Ungarns Viktor Orbán in Belgrad nach einem Treffen mit seinem serbischen Kollegen Aleksandar Vučić.

Zuvor sprachen Österreich und Bulgarien über die Unterstützung von „South Stream“. Die Analytiker finden, dass die Äußerungen eines dritten Landes eine Kettenreaktion hervorrufen und als nächstes sich Serbien, Griechenland, Slowenien und Kroatien aussprechen. „Die Reaktion Ungarns war vorhersehbar. Es ist, wie auch die anderen Länder, Teil des Projekts und hat mit Gazprom bereits Verträge unterzeichnet, und sowas kann man nicht einfach so aufheben“, erzählt Anna Kokorewa, Analytikerin bei „Alpari“. „Außerdem wird die Realisierung des Projekts neue Arbeitsplätze schaffen, und Infrastruktur, was für die Wirtschaft eines solchen Landes wie Ungarn ungemein vorteilhaft ist“.

„Die Unterstützung dreier Länder gibt Hoffnung darauf, dass das Projekt dennoch realisiert wird“, stimmt der Analytiker des „Investcafés“ Grigorij Birg zu. Seinen Worten zufolge wird die Realisierung des „South Stream“ in erster Linie eine Stabilität von Gaslieferungen garantieren, deshalb könnte die EU-Kommission bei einer Unterstützung aller Teilnehmerländer durchaus eine Ausnahme machen und die Normen des Dritten Energiepakets nicht auf das Gazprom-Projekt anwenden.

 

Info:

Bulgarien würde zum ersten Land auf europäischem Boden, durch das die Pipelines des „South Stream" verläuft. Deshalb wandte sich die Kommission in ihren Drohungen an eben dieses Land, und nicht etwa an Österreich (wo der Endpunkt der Gasleitung aufgebaut werden soll). Anfang Juni musste Bulgarien den Bau der Leitung auf seinem Territorium einstellen. Anschließend musste auch Serbien die Arbeiten am „South Stream" einstellen. Doch Anfang Juni meldete die bulgarische Regierung offiziell an die EU-Kommission, der „South Stream Bulgaria" sei mit der EU-Gesetzgebung konform.

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