Coca Cola verzichtet teilweise auf Werbung in Russland

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Einer der größten Auftraggeber des russischen Werbemarkts mit einem Jahresumsatz von über 2,5 Mrd. Rubel (cs. 5,7 Mio. Euro), die amerikanische Gesellschaft Coca Cola Company rief im August ihre Werbung von gleich vier föderalen Fernsehsendern zurück. Marktteilnehmer schließen nicht aus, dass der Grund dafür die Sanktionen waren. Drei der Fernsehsender stehen in Verbindung mit der unter Sanktionen stehenden Bank „Rossija“, der vierte gehört dem Verteidigungsministerium der Russischen Föderation. Bei Coca Cola besteht man darauf, dass dies eine rein wirtschaftliche Entscheidung war.

Zahlen:

 

Für die Werbespots von Coca Cola in Russland wendete die Gesellschaft im letzten Jahr über 2,5 Mrd. Rubel auf (ca. 57 Mio. Euro).

Auf die Fernsehsender, wo die Werbung des Getränkeherstellers nicht mehr gezeigt werden wird, entfiel aber nur ein Anteil von 4 bis 5,5 Mio. Dollar (ca. 3 bis 4,1 Mio. Euro).

Dass Coca Cola sich von vier Fernsehsendern (REN TV, „Pjatyj kanal“, „Domaschnij“ und „Swesda“) zurückzieht, erzählte gegenüber der Zeitung Kommersant eine Quelle aus dem Medienmarkt. Der Vertreter der Agentur „MediaVest“, die Fernsehwerbung für Coca Cola ankauft, Jurij Borisowskij und die Direktorin für Außenbeziehungen der russischen Coca Cola-Stelle Anna Koslowskaja bestätigten diese Information. Sie erklären, dass man in der Gesellschaft beschloss, sich auf den föderalen Schlüsselsendern zu konzentrieren, die für das Zielauditorium von Coca Cola am meisten relevant sind. Die Experten schließen jedoch nicht aus, dass eine solche Entscheidung durch die Sanktionen hervorgerufen sein konnte. 

Die größten Werbeauftraggeber geben ihre Tätigkeit auf einzelnen föderalen Sendern nur selten auf. Einer der Gesprächspartner von „Kommersant“ warnt in diesem Sinne davor, dass ein Rückziehen der Haushalte normalerweise mit Vertragsstrafen verbunden ist, die „mit den Kosten der eigentlichen Werbung vergleichbar sind“. Doch weitere zwei Gesprächspartner aus dem Medienmarkt glauben, dass Coca Cola die Fernsehsender für das Vorankommen wirklich als unkritisch erachtete und letztendlich auch trotz Vertragsstrafen sparen kann.

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