Ausländisches Kapital kehrt nach Russland zurück

Ausländische Investoren haben wieder begonnen, in den russischen Wertpapiermarkt zu investieren. In der Woche vom 6. bis zum 13. August konnte ein Zufluss an Geldmitteln in Höhe von 150 Mio. US-Dollar verzeichnet werden. So schreibt es „Emerging Portfolio Fund Research" (EPFR). Das ist das erste positive Ergebnis innerhalb der letzten zwei Monate. In den vorhergehenden sieben Wochen hatten Investoren aus Investmentfonds, die bei russischen Aktiva anlegen, über 500 Mio. US-Dollar abgezogen.

Die Einstellung der internationalen Investoren begann sich zu ändern, als die Medienlandschaft in Bezug auf Russland milder gestimt wurde. Ende der letzten Woche hatte die Agentur MSCI Inc. ungeachtet der Befürchtungen von Marktteilnehmern die Aktien der russischen staatlichen Banken in ihrem Index beibehalten. Diese Nachricht äußerte sich positiv auf den Aktien von Sberbank und VTB, die innerhalb eines Tages um jeweils respektive 5 und 4% anstiegen. Nach Aussage des Portfolio-Zusammenstellers von „Alfa-Kapital" Eduard Charin, hatte der Effekt Auswirkungen auf den Gesamtmarkt, weil dadurch die Befürchtungen sanken, dass auch andere Gesellschaften von der Sanktionsliste aus den Indexes gestrichen werden könnten.

Positiv hatten Investoren auch auf den Auftritt Putins vor den Parlamentariern auf der Krim reagiert. „Eine Reihe von Wirtschaftlern großer ausländischer Banken hatten den Auftritt des Präsidenten positiv interpretiert und fokussierten sich auf dem Satz, man sei bereit, alles für eine Beendigung des

Konflikts zu tun", bemerkt der Vizedirektor für Aktivaverwaltung der Investitionsgesellschaft „Trinfiko" Denis Muchin. „Die ausländischen Investoren beginnen, die Wahrscheinlichkeit einer offenen Militärintervention Russlands in den Konflikt in der Ukraine als sehr niedrig einzustufen, was auf den Bedarf an russischen Aktiva Auswirkung zeigte", sagte der Portfolio-Zusammensteller der Führungsgesellschaft „Kapital" Dmitrij Postolenko.

Im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern gibt es eine verzögerte Wiederherstellung des Bedarfs seitens ausländischer Investoren an russischen Aktiva. Nach Angaben von EPFR hatten Fonds, die in Entwicklungsmärkte investierten, in der betrachteten Kalenderwoche 1,77 Mrd. Dollar an Geldmitteln erhalten, während es innerhalb von zehn Wochen fast 19 Mrd. Dollar waren. An der Listenspitze waren Fonds, die sich auf China (530 Mio. Dollar), Südkorea (335 Mio. Dollar) und Taiwan (211 Mio. Dollar) fokussieren. „Die Investitionen in politisch stabile Länder mit einem Wirtschaftswachstum steigen. Leider hat Russland in den letzten Monaten diesen Kriterien nicht entsprochen", bemerkt der verantwortliche Portfolio-Zusammensteller der „GHP Group" Jurij Seljandin.

 

Zusammengestellt aus Materialien von der Zeitung  "Kommersant".