Integrationsprüfung für Migranten in Russland eingeführt

"Wie kommt man zum Arzt, wie ins Hospital? Wie reicht man die Scheidung ein, auch wenn die Frau nicht will?" Dieses Alltagswisen wird in der Prüfung auch abgefragt. Foto: Witalij Ankow / RIA Novosti

In Zusammenhang mit dem großen Andrang der Migranten hat das russische Ausbildungsamt im Juli angefangen, die Integrationsprüfung für Migranten einzuführen. Laut dem Gesetzentwurf wird ab dem 1. Januar 2015 jeder Einwanderer für den Erhalt einer vorübergehenden Aufenthaltserlaubnis, einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung, der Arbeitserlaubnis oder bei Patentanmeldungen, Folgendes vorweisen: Russischkenntnisse, das Wissen der Geschichte Russlands und der Grundlagen der Gesetzgebung der Russischen Föderation. Dazu muss er eine Prüfung ablegen.

"Diese Prüfung wird die Motivation der Immigranten zum Erlernen der Fremdsprache erhöhen", glaubt der stellvertretende Minister für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation Weniamin Kaganow. Wie die Webseite des Ministeriums aufzeigt, hat Kaganow auch vorgeschlagen, ein Online-Angebot zu schaffen, das den Migranten helfen soll, sich auf die Prüfung vorzubereiten.

Das Wissen über die russische Geschichte wird durch Fragen wie „Welchen Glauben bestimmte Fürst Wladimir für die Rus im 10. Jahrhundert?“ oder "Welcher Zar hat die Bauern von der Leibeigenschaft befreit?“ verbessert. Die Migranten sollten auch wissen, was die Russen  am 7. Januar oder am 8. März feiern, und wie sie Kurban Bayrami oder Weihnachten begehen. In der Prüfung geht es auch um Themen, die die Rechte der Migranten in Russland betreffen: "Wie kann man die Erlaubnis auf einen vorübergehenden Aufenthalt in Russland bekommen? Reicht für den Antrag die elektronische Form oder ist dazu die persönliche Vorstellung in der Behörde notwendig?“

Dazu wird in der Prüfung auch Wissen über Fachbegriffe, die Wappenkunde und über die Währung in Russland abgefragt. Weitere Fragen prüfen, inwiefern sich der neue Staatsbürger im russischen Alltag zurecht finden würde: "Wie kommt man zum Arzt, wie ins Hospital? Wie reicht man die Scheidung ein, auch wenn die Frau nicht will?"