Russland führt Exportverbot für Leder ein

Es sei, so die Beamten, nicht genug russisches Leder vorhanden, insbesondere um die Armee mit Stiefeln auszustatten. Foto: Photoshot/Vostock-Photo. 

Am ersten Oktober beginnt das auf ein halbes Jahr beschränkte Exportverbot für gegerbtes Leder und halbfertige Lederwaren. Dies steht in der Bestimmung, die Premierminister Dimitri Medwedew Ende August unterzeichnet hat. Das Verbot gilt bis zum 1. April 2015 und betrifft Lieferungen in einer Höhe von insgesamt 100 Mio. Dollar, die nach Italien und in eine Reihe von EU-Ländern gehen würden, so die Wirtschaftszeitung Kommersant.

In der offiziellen Erläuterung des Ministeriums für Industrie und Handel zu dem Gesetz wird diese Entscheidung mit einem Mangel an halbfertigen Lederwaren auf dem russischen Markt begründet. Nur ungefähr ein Drittel der Produktion geht in den Export. Die Exportmenge erhöht sich jedes Jahr dadurch, dass russisches Leder 20 bis 25% günstiger ist als der weltweite Durschnitt.

Ab 1. September treten auch die staatlichen Sanktionen, die ausländische Waren der Leichtindustrie wie Schuhe aus dem Ausland für staatliche Zwecke betreffen, in Kraft. Die Waren, die durch das Importverbot wegfallen, müssen durch russische Produkte ersetzt werden, was laut der Beamten zu einer Erhöhung der Nachfrage nach Leder in Russland führen wird. Zur Zeit beträgt die Nachfrage nach Leder auf dem russischen Markt ca. 150.000 Tonnen pro Jahr.

Ein Exportverbot für Leder ist auch den Partnern Russlands in der Zollunion, Weißrussland und Kasachstan, vorgeschlagen worden.

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