Umfrage: Die Mehrheit der Russen unterstützt das russische Embargo

Der „Krieg der Sanktionen“ hat die Russen zusammengeschweißt: Die Mehrheit der Bürger unterstützte die Abkehr von Warenimporten aus Ländern, die Sanktionen gegen Moskau in Zusammenhang mit der Ukraine-Krise getroffen haben. Wie eine Umfrage von WZIOM zeigte, sprachen sich für solche Einwirkungsmaßnahmen auf ausländische Partner 84% der Russen aus.

Der „Lebensmittelpatriotismus“ zeigen größtenteils Dorfbewohner (88%) und Einwohner von Städten mit einer Bevölkerung von unter 500.000 (86%). Moskauer und St. Petersburger hingegen sehen dem Embargo kühler entgegen: In beiden Hauptstädten wurden die Sanktionen von 72% der Bürger unterstützt, während sich 17% dagegen aussprechen: Die Bewohner der Hauptstädte sind nicht so gerührt von den Veränderungen in der gewohnten Produktpalette in den Geschäften und dem möglichen Anstieg der Preise.

Ein Anstieg für die Preise von Lebensmitteln wird allerdings nicht nur in Moskau und St. Petersburg erwartet: 63% der Bürger sind sicher, dass die Lebensmittel nun teurer werden, 46% befürchten, dass die verbotenen Waren nun als Schmuggelware nach Russland gelangen, z.B. als „mongolische Austern“ oder „schweizerischer Lachs“.  Gleichzeitig sind 73% der Russen überzeugt, dass die Qualität der Produkte durch das Embargo unverändert bleibt. Die Rückkehr in eine Epoche der leeren Regale in Geschäften wird nur von 22% der Befragten befürchtet.

Nichtsdestotrotz sehen die Russen der Zukunft mit Optimismus entgegen: 85% der Respondenten finden, dass das Embargo die Entwicklung der heimischen Agrarwirtschaft fördern wird und der Anteil der russischen Waren in den Geschäften steigt. 63% der Befragten finden, dass die Anwortmaßnahmen Russlands seinen Partnern aus Asien und Südamerika helfen werden; ihrer Meinung nach kann das Embargo den Produzenten aus diesen Ländern helfen, ihren Platz auf dem russischen Markt zu sichern.

 

Die Originalfassung dieses Beitrages finden Sie bei Rossijskaja Gazeta

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